In Europa ist Eisenmangel eines der wichtigsten Defizite bei der Nährstoffversorgung. Besonders betroffen sind spezielle Bevölkerungsgruppen, unter anderen Schwangere. Eine aktuelle Studie belegt bei ihnen eine deutliche Unterversorgung - auch in Deutschland. Da sich der Bedarf in der Schwangerschaft verdoppelt, kann eine Supplementierung sinnvoll sein.
Der Eisenbedarf steigt nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) während der Schwangerschaft um 100%, von täglich 15 mg auf 30 mg (s. auch
Schwangerenernährung). Bei einem Eisen-Mangel können kardiovaskuläre Ereignisse, Frühgeburtlichkeit, geringes Geburtsgewicht und fetale Entwicklungsverzögerungen die Folge sein. Darüber hinaus kann sich eine konsekutive Anämie sub partu ungünstig auswirken, vor allem bei gesteigertem Blutverlust. Hinzu kommt eine mögliche Unterversorgung des Neugeborenen mit Eisen.
Eisenlieferanten

Die DGE empfiehlt Schwangeren zur Deckung des Eisenbedarfs, dreimal in der Woche mageres Fleisch (besonders Rindfleisch) und Wurst zu verzehren. Frauen, die sich vegetarisch ernähren, müssen auf Grund des ansonsten drohenden Eisenmangels auf eine sehr ausgewogene Ernährung mit eisenreichem Gemüse/Getreide achten. Da eine ausreichende Vitamin-C-Zufuhr die Eisenresorption optimiert, ist es weiterhin ratsam, gleichzeitig Vitamin C
reiches Gemüse zu essen oder einen Fruchtsaft zu trinken.
Etwa die Hälfte der Schwangeren ist unterversorgt
Nach den Ergebnissen des
BabyCare-Programms ist nahezu jede zweite Schwangere in ihrer Ernährung deutlich mit Eisen unterversorgt. Bei zwei Drittel der Frauen liegt die Aufnahme unter 70% der empfohlenen Menge. Selbst bei Berücksichtigung von Supplementen sind noch 47% der Schwangeren zu Beginn und wahrscheinlich während der gesamten Schwangerschaft latent unterversorgt.
Eisenversorgung überprüfen
Da der Bedarf an Eisen in den letzten drei bis sechs Schwangerschaftsmonaten besonders groß ist, kann er zumindest in dieser Zeit häufig nicht allein mit Hilfe von Lebensmitteln gedeckt werden. Nach Ansicht der DGE sollte die Eisenversorgung der Schwangeren daher im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen überprüft werden und bei einem Mangel eine Supplementierung erfolgen (s. auch
Supplemente).