
Deutschland gehört nach der WHO-Definition zu den Jodmangelgebieten: Immerhin 30-40% der Erwachsenen haben ein Struma. Daher müssen Schwangere auf eine ausreichende Jod-Versorgung achten. Nach einer Studie sind hierzulande viele werdende Mütter unterversorgt. Ihr gesteigerter Bedarf lässt sich nur mittels Nahrungsergänzung decken.
Der Jodbedarf steigt in der Schwangerschaft nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) von täglich 200 µg auf 230 µg, also um 15% (s. auch
Schwangerenernährung). Eine Unterversorgung kann sowohl bei der werdenden Mutter als auch beim Fetus zur Struma-Bildung führen - in regionaler Abhängigkeit geschieht dies heute immerhin noch bei bis zu 20% der Schwangeren. Außerdem kann ein Jodmangel während der embryonalen und frühkindlichen Phase die geistige und körperliche Entwicklung beeinträchtigen.
Seefisch ist das einzige jodreiche Lebensmittel
Um gegen den bevölkerungsweiten Jodmangel vorgehen zu können, ist nach Angaben der DGE bei der Ernährung auf Folgendes zu achten:
- ausgewogene Ernährung mit ein bis zwei Seefischmahlzeiten pro Woche (bei Schwangerschaft aber keinen rohen Fisch, also keine Sushi u.ä)
- täglicher Konsum von Milch und Milchprodukten
- Verwendung von Jodsalz
- bevorzugte Verwendung von Produkten, die mit Jodsalz hergestellt sind
Die meisten Schwangeren sind unterversorgt
Der Mehrbedarf während der Schwangerschaft und Stillzeit lässt sich allerdings nicht allein mit Lebensmitteln decken. Im
BabyCare-Programm erreichten 80% der Teilnehmerinnen mit ihrer Ernährung nur eine tägliche Aufnahme von maximal 50% des empfohlenen Wertes. Bei mehr als 90% der Schwangeren lagen die Werte unter 70% der Menge von 230 µg täglich. Von den Frauen, die Jod supplementierten, waren immerhin noch 38% latent unterversorgt.
Jod supplementieren
Auf Grund der Schwierigkeiten, den Jod-Bedarf in der Schwangerschaft mit Lebensmitteln zu decken, empfiehlt die DGE in dieser Zeit eine gezielte Supplementierung von 100 bis 200 µg Jod pro Tag (s. auch
Supplemente).