untitled
Supplemente
Bei Supplementen gibt es große Unterschiede
Da während der Schwangerschaft der Bedarf bei einigen Mikronährstoffen zum Teil erheblich erhöht ist, sollte schwangeren Frauen empfohlen werden, Nahrungsergänzungsmittel zu konsumieren. Insbesondere bei Eisen, Jod und Folsäure droht eine Unterversorgung. Es gibt spezielle Produkte für Schwangere, die Unterschiede sind jedoch groß. Daher fällt die Wahl nicht leicht.

Viele Frauen sind sich der Verantwortung bewusst und versuchen, ihre Ernährung in der Schwangerschaft anzupassen, doch in den Industrienationen ist bereits in der Normalbevölkerung eine Unterversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen weit verbreitet. Es besteht eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Empfehlungen der Fachgesellschaften und dem tatsächlichen Ernährungsverhalten.

Darüber hinaus ist es auf Grund des hohen Bedarfs während der Schwangerschaft bei einigen Mikronährstoffen sehr schwierig, diesen allein mit Hilfe von Nahrungsmitteln zu decken. So müsste eine schwangere Frau beispielsweise täglich 400 g Spargel, 250 g Nüsse, 5 Eier oder 1 kg Feldsalat essen, um nur die Hälfte der empfohlenen Tagesdosis Folsäure (300 µg) zu sich zu nehmen. Hinzu kommt, dass einige Vitamine - wie Folsäure - hitzeempfindlich sind, so dass sich ihr Gehalt durch die Zubereitung der Speisen stark verringern kann. Ähnlich schwierig ist insbesondere die Deckung des Bedarfs an Jod und Eisen über die Ernährung.

Schwangere Frauen auf Supplemente ansprechen

Dass Probleme mit der Nährstoffversorgung während der Schwangerschaft auch in Deutschland real existieren, konnte in einer Untersuchung bestätigt werden. So zeigte im Jahr 2003 die Auswertung von 3.210 Ernährungsanalysen von Teilnehmerinnen an dem Programm zur Senkung der Frühgeburtenrate in Deutschland ( BabyCare), dass Schwangere Ernährungsempfehlungen nur unzureichend umsetzen. Die Ergebnisse sprechen für eine zum Teil erhebliche Unterversorgung mit Mikronährstoffen (s. auch Was wollen Schwangere?).

Dr. W. Kirschner von der Frauenklinik im Berliner Virchow Klinikum, einer der Autoren der Untersuchung, empfiehlt seinen Kollegen daher, schwangere Frauen intensiver zur Nährstoffversorgung zu beraten und eine Supplementierung anzusprechen. Dies sei eine einfache und kostengünstige Maßnahme, um schwerwiegende und ökonomisch aufwendige Krankheiten bei Neugeborenen zu verhindern, so Kirschners Begründung. Durch eine frühzeitige und gezielte Nahrungsergänzung ließe sich beispielsweise im Falle von Folsäure das Risiko eines Neuralrohrdefektes um mehr als 50% senken.

Bei Supplementen gibt es große Unterschiede

Supplemente stehen hierzulande sowohl in Form von Nahrungsergänzungspräparaten als auch in Form von frei verkäuflichen Arzneimitteln zur Verfügung. Hinsichtlich der Darreichung und der Zusammensetzung gibt es ein breite Palette. Das Angebot umfasst Kapseln, Dragees, Pillen, Kau- und Brausetabletten sowie Pulver. Die Inhaltsstoffe reichen von Vitaminen und Mineralstoffen über Vitaminoide und sekundäre Pflanzenstoffe (z.B. Flavonoide, Carotinoide) bis hin zu Auszügen bestimmter Lebensmittel - zum Teil als Mono- und zum Teil als Kombinationspräparate. Auch die Dosierungen variieren erheblich.

Daher hat der Konsument die Qual der Wahl. In der Schwangerschaft kommen jedoch einige Besonderheit hinzu, die den Kauf der geeigneten Nahrungsergänzung erleichtern:
  • der Bedarf ist nicht nur bei einzelnen, sondern bei den meisten Mikronährstoffen erhöht, wobei bei einigen sogar eine erhebliche Unterversorgung droht (insbesondere Eisen, Jod, Folsäure) – ein Kombinationspräparat erleichtert daher eine zuverlässige Nahrungsergänzung
  • viele Frauen haben mit Übelkeit zu kämpfen – daher sollte das Nahrungsergänzungspräparat gut schmecken und einfach einzunehmen sein, damit sich die Schwangere nicht zur Einnahme überwinden muss
  • viele Frauen fühlen sich nicht krank und wünschen eine natürliche Schwangerschaft – sie lehnen daher die Einnahme von Pillen oder Tabletten ab und bevorzugen eine natürliche Form der Nahrungsergänzung


  • Aus diesem Grund haben sich die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln auf die besonderen Bedürfnisse von Schwangeren eingestellt - aber auch hier gibt es Unterschiede zwischen den Produkten. So stehen beispielsweise bis auf einen Saft und einige Brausetabletten alle Präparate in Form von Kapseln oder Tabletten zur Verfügung – die möchten jedoch viele Frauen während der Schwangerschaft nicht zu sich nehmen. Denn die flüssigen Zubereitungen werden als natürlicher und angenehmer empfunden.

    Darüber hinaus enthalten einige Präparate nicht alle Mikronährstoffe, bei denen eine Unterversorgung droht - insbesondere auf Eisen wird des Öfteren verzichtet, weil es unangenehm schmeckt, häufig schlecht bioverfügbar ist und zur Obstipation führen kann. Wenn sich Frauen also entschließen, ein Präparat ohne Eisen einzunehmen, müssen sie ggfs. weitere Produkte zu sich nehmen, um auch den Eisenbedarf zu decken. Schließlich ist die Dosierung der Inhaltsstoffe nicht immer optimal auf die Ergänzung einer gesunden, nährstoffreichen Ernährung während der Schwangerschaft abgestimmt - denn darauf sollte die Schwangere trotz Supplementierung nicht verzichten.

Quellen:
Kirschner W, et al: Versorgung mit Mikronährstoffen - Befunde und Konsequenzen. Geburtsh Frauenheilk 2003;63:947-8.

Kirschner W: Ernährungssituation und Ernährungswissen bei Schwangeren. Ernährung & Medizin 2003;18:71-6.

Wolters M, et al: Nährstoffsupplemente aus Sicht des Konsumenten. Ernährungs-Umschau. 2001;48(4):136-41.
test
untitled
Ab steht jetzt auch ein Saft zur gezielten Nahrungsergänzung zur Verfügung. Viele Schwangere empfinden ihn als natürlicher und angenehmer als Pillen

weiter lesen

untitled
untitled
test
untitled
"Gesund essen - aber nicht für zwei!" - Das Informationsblatt für Schwangere zum Thema Ernährung. Einfach ausdrucken und in der Praxis auslegen

weiter Zum Download!

untitled
© 2008 BSMO GmbH   last change: 11.03.2008 12:29:14
Zum Seitenanfang