BabyCare-Programm

Das Programm zur Senkung der Frühgeburtenrate in Deutschland (BabyCare) ist von einem Team bestehend aus Frauenärzten, Epidemiologen, Soziologen, Psychologen, Hebammen und Präventionsexperten Ende der 90er Jahre initiiert worden, weil in Deutschland die Frühgeburtenrate jahrelang stagnierte und ab Mitte der 90er Jahre sogar wieder stieg. In Niedersachsen lag sie beispielsweise 1984 bei 7,6% und 1999 bei 8,4%. Das Programm verfolgt vier Ziele. Die Schwangeren sollen: Im Rahmen dieses seit September 2000 bundesweit laufenden Programmes können die Schwangeren u.a. einen Fragebogen zu Lebensbedingungen, Verhaltensweisen und Ernährungsverhalten (7-Tage-Protokoll) ausfüllen. Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe wertet diesen nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft f�r Ernährung (DGE) aus und teilt den Frauen in einem persönlichen Schreiben detaillierte Informationen über bestehende Risiken und ratsame Verhaltensänderungen mit.

Um die Ernährungssituation von Schwangeren in Deutschland bewerten zu können, hat die Arbeitsgruppe inzwischen 3.210 dieser Ernährungsprotokolle analysiert, die durchschnittlich die Situation in der 12. Schwangerschaftswoche widerspiegeln. Des Weiteren wurden 100 qualitative Interviews mit Schwangeren durchgeführt, um Hypothesen zum Ernährungsverhalten ableiten zu können. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass die teilnehmenden Frauen an Ernährungsfragen interessiert waren, so dass die Resultate für die Gesamtgruppe der Schwangeren in Deutschland vermutlich schlechter ausfallen würden.

Quellen:

Kirschner W: Ernährungssituation und Ernährungswissen bei Schwangeren. Ernährung & Medizin. 2003;18:71-6.
Friese K, et al: BabyCare - die ersten Ergebnisse. Frauenarzt. 2003;44(2):168-76.